Uhren im prähistorischem Zeitalter
Seit vorhistorischer Zeit versucht der Mensch durch Beobachtung der Himmelsgestirne, Mond und Sonne die Jahreszeiten und somit den Wetterverlauf besser einzuschätzen. Schon 5000 v. Chr. wurde ein Kalender im Altägyptischen Reich entwickelt. Mit zunehmendem Handel war eine genauere Form der Zeiterfassung notwendig. Mit Hilfe der Sonnenuhr wurde vermutlich ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. der Tag in mehrere Zeiteinheiten aufgeteilt und ermöglichte so Verabredungen zu einem vorbestimmten Zeitpunkt.
Uhren in der Antike
Seit dem 14 Jhd. v. Chr. wurden in Ägypten Sonnen- und auch die ungenaueren Wasseruhren eingesetzt.
Letztere hatten den Vorteil, dass sie tageslichtunabhängig waren. Durch immer weitere Verbesserungen gelang es
schließlich im 2. Jhd. v. Chr. eine relativ genaue Wasseruhr mit Zifferblatt und Zeiger herzustellen. Im antiken
Griechenland wurden diese Uhren zur Begrenzung der Redezeit vor Gericht eingesetzt. Die Redewendung "Die Zeit ist
abgelaufen" lässt sich auf diese Form der Zeitbegrenzung zurückführen. Der Zeitbegriff Chronos für die
Aneinanderreihungen gleich langer Perioden stammen auch aus dem antiken Griechenland.
Uhren im Mittelalter
Neben der Sonnen- und Wasseruhr etablierte sich ab 900 n. Chr. in Europa auch die Kerzenuhr. Kerzen mit definierten Formen und
Größen brannten in einer bestimmten- und bekannten- Zeitdauer ab. Diese Uhren konnten nicht nur
unabhängig vom Tageslicht genutzt werden, sondern waren auch einfach im Umgang und verfügbar. Mönche benutzten teils Kerzen mit eingegossenen Kugeln aus Metall. Beim Abbrennen der Wachskerze lösten sich die Metallkugeln und fielen nach einer definierten Zeiteinheit in einen Behälter aus Metall. Das akustische Signal konnte so zum Beispiel das
Erreichen einer vollen Stunde anzeigen. Neben Kerzen wurden aber auch Öllampen, langsam brennende Zündschnüre und in China auch Räucherstäbchen verwendet.
Entwicklung der Uhren
Mechanische Uhren
Ab wann die mechanische Uhr verwendet wurde, ist nicht bekannt. Der Begriff Uhrmacher zumindest wurde
zum ersten Mal 1269 auf einer Bierrechnung für das Kloster Beaulieu erwähnt. Es lässt sich nur vermuten, dass die
erste Räderuhr bereits im frühen Hochmittelalter konstruiert wurde. Diese mechanischen Uhren wurden stetig
weiterentwickelt, so erfand Heinrich Arnold 1427 die Uhrfeder. Bei diesen ersten mechanischen Uhren handelte es sich um große
Instrumente, welche zunächst in einigen Klöstern und großen Kirchen angebracht wurden. Ihrem Zweck nach sollten
sie vor allem dem Klerus die Zeit für die 7 Tagesgebete (Horen) läuten. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gab es auch in
den meisten großen europäischen Städten eine Räderuhr. Deren schnelle Verbreitung lässt sich sicherlich
auf die Tatsache zurückführen, dass eine solche Uhr ein Symbol für den Reichtum der jeweiligen Stadt war.
Die zuverlässige und weitaus billigere Sanduhr blieb noch im 14. Jahrhundert eine erhebliche Konkurrenz. Ihre weitere Verbreitung hing mit den möglichen Einsatzbereich zusammen. Nicht nur Kirchen und Bürgerhäuser nutzten Sie, sondern auch in der Schifffahrt.
Taschenuhr
Die Genauigkeit der mechanische Uhr erfuhr zahlreiche Verbesserungen. Mit einer stark verringerten Größe fanden
Uhren nun auch in einer Tasche eines Kleidungsstückes Platz. Die Taschenuhr wurde jetzt auch zum Schmuckstück und damit ein Teil der damaligen Mode. Die von Peter Henlein 1510 erstmals produzierte berühmte Taschenuhr „Nürnberger Eieruhr“, verdankt ihren Namen übrigens einem Übersetzungsfehler, so wurde aus dem ursprünglichen "Ueurlein" ein "Eierlein".
1657 fertigte Christian Huygens die erste Pendeluhr.
Alte Schwarzwälder Lackschild-Uhr
Die Entwicklung genauer Uhren (Chronometer) wurde lange Zeit durch die Seefahrt vorangetrieben, da nur mit Hilfe von
Bord-Uhren die Bestimmung der geografischen Länge unabhängig von bekannten Landmarken möglich war.
Die Geschichte der Bord-Uhren ist dabei besonders mit dem Uhrmacher John Harrison verbunden, welcher zur Lösung des Längengradproblems Längen-Uhren mit höchster Genauigkeit fabrizierte.
Wichtige Zentren des Uhrmacherhandwerks lagen damals in Frankreich (Blois und Paris), Deutschland (Augsburg und
Nürnberg), Schweiz (Genf) und in England (London).
Mit der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch die Massenproduktion von Uhren, insbesondere der
Regulator-Wand- und Tischuhr möglich. Fortschritte in der Feinmechanik und später der Elektronik ermöglichten auch sehr anspruchsvolle Fertigungen von Taschenuhren welche mit einer „Grande Complication“ versehen sind. Eine weitere Verkleinerung des Uhrwerkes ließ zur Wende des 20. Jahrhunderts die Uhr auf Armbandgröße schrumpfen.
Quarzarmbanduhr
Bereits wenige Jahre nach der Einführung der Automatikuhr entdeckte Warren Alwin Marrison die Eigenschwingung des
Quarzkristalls und ermöglichte so die Entwicklung der Quarzuhr
. Bei dieser wurde die isochrone Pendelbewegung durch die Kristallschwingung ersetzt. Aber zunächst waren solche
Uhren nicht als Konsumgüter erhältlich.
Ein historisch kurzes aber dennoch wichtiges Intermezzo stellten die elektrischen Uhren dar, deren Zeitgeber die Frequenz
des Wechselstromnetzes nutzte. Sie waren preiswert herzustellen und führten zur Elektrifizierung der Uhrwerke. Trotz
der systembedingten begrenzten Ganggenauigkeit waren die elektrische Großuhren in der Industrie und öffentlichen Einrichtungen sehr beliebt. Sie waren auch ein Impuls zur Entwicklung von günstigen Schrittschaltmotoren, welche eine wichtigen Voraussetzung für die
Quarzuhr war.
Der nächste große Entwicklungsschritt war die Atomuhr, welche 1949 zum ersten Mal eingesetzt wurde. Seit 1967 sendet
die Atomuhr in Braunschweig über Mainflingen auf Langwelle mit einer ungefähren Reichweite von 1,5 Mm in gleichmässigen Intervallen Signale per Funk mit kodierten Zeitinformationen (DCF77), die alle erreichbaren Funkuhren in Mitteleuropa synchronisieren.
Der historische Trend zur Verkleinerung von Uhren
Die ersten so genannten Räderuhren wie die mechanischen Uhren standen in Klöstern und in den Schiffen von
Kathedralen, wo sie allerdings weniger den Zweck der Zeitanzeige für die Allgemeinheit erfüllten. Diese Uhren waren eine Projektion des geozentrischen Weltbildes auf eine flache Ebene, wobei die Tag-/Nachtstunden, Tierkreiszeichen sowie
die Himmelskörperzeit und Temporalstunden ausgewiesen wurden. Ihr wesentlicher Zweck war vor allem, die Zeit für die Tagesgebete zu läuten. Erst später wurden an Kirchtürmen Turmuhren angebracht, um der Allgemeinheit, der
damals weder eine Standuhr, Wanduhr oder gar eine Taschenuhr erschwinglich war, die Zeit anzuzeigen.
Zum Ende des Mittelalters erlaubte eine Fertigung in Serie, wohlhabenden Bürgern den Privatbesitz von Wand-, Tisch- und Taschenuhren. Aber erst die Massenproduktion des Industriezeitalters
zusammen mit der Entwicklung der elektronischen Technik ließ Wand-, Tisch- und Armbanduhren und andere in allerlei
Geräte eingebaute Uhren preiswert werden.
Zeitskala der Uhren
- 1000 soll der Mönch Gerbert aus Aurillac / Frankreich, der spätere Papst Silvester II, auf den Gedanken gekommen sein, eine Räderuhr zu bauen bzw. bauen zu lassen.
- 1269 tauchte erstmals der Begriff Uhrmacher in einem Dokument auf.
- 1292: Waag-Räderuhren in engl. Klöstern und Kathedralen
- 1336 Turmuhr in Milano mit Schlagwerk
- 1337-39 baute Roger v. Stroke die berühmte astronomische Uhr für die Kathedrale von Norwich.
- 1344 wurde für den Stadtherrenpalast in Padua eine Uhr mit 24-Stunden-Schlagwerk gebaut.
- 1345 Messung der Stunde spätestens ab diesem Jahr in 60 Minuten, und diese in 60 Sekunden.
- 1368 In Breslau wird eine Turmuhr mit 12-Stunden-Schlagwerk aufgestellt. Bald finden sich solche Turmuhren auch in allen größeren europäischen Städten.
- 1410 wird in Montpellier der Turmwächter wegen seiner wiederholten Trunkenheit seines Amtes enthoben. An seiner Stelle wird eine Uhr mit Schlagwerk erbaut. Damit wird zum ersten Mal der Ersatz eines Menschen durch eine Maschine urkundlich erwähnt.
- 1427: Erfindung der Uhrfeder von Heinrich Arnold (1460)
- 1475 Aus dem erhalten gebliebenen Skizzenbuch, welches erst kürzlich wiederentdeckt wurde, des Augustinerpaters und Uhrmachers Paulus Almanus aus dieser Zeit geht hervor, dass bereits damals Federzugwerke und die Spindelhemmung bekannt waren. Auch die Schnecke, zunächst angetrieben durch eine Darmsaite, wird bereits bei Uhren mit Triebfeder verwendet, um die
ungleichmäßige Kraftentwicklung der Feder zu kompensieren. Diese Erfindung wurde lange Zeit Jakob Zech aus Prag (1525) zugeschrieben.
- 1510: Erfindung der Taschenuhr von Peter Henlein (Nürnberger Ei)
- 1511 Der Nürnberger Schlosser Peter Henlein baut sehr beliebte tragbare Uhren, die 40 Stunden gehen. Vermutlich gab es aber bereits zuvor tragbare Uhren.
- 1530 Die Schnecke wird nun durch eine Kette statt Darmsaite angetrieben. Das Prinzip Schnecke / Kette wird sich später in präzisen Chronometern wieder finden.
- 1544 Die Pariser Uhrmachergilde wird gegründet.
- 1583 Der italienische Student und spätere Astronom Galileo Galilei erkennt an den Schwingungen eines Leuchters den Isochronismus der Pendelschwingung.
- 1587 Eine erste Uhr mit koaxialer Zeigeranordnung wird gebaut. Allerdings dient zunächst der lange Zeiger zur Anzeige der Stunden, die Minuten werden durch den kurzen Zeiger angezeigt.
- 1595 An Christoph Markgraf wird ein Patent für eine Kugellaufuhr erteilt.
- 1599 Erste Digitaluhr auf dem Markusplatz in Venedig
- 1631 wurde in London wird die "Worshipful Company of Clockmakers" gegründet.
- 1636 entwickelte der italienische Astronom Galileo Galilei die Idee einer Pendeluhr, unternimmt Versuche und erstellt Zeichnungen, setzt diese aber nicht in die Praxis um. Angeblich soll Galileis Sohn Vincenzo diese Uhr gebaut und in einem wahnhaften Anfall wieder zerstört haben.
- 1656/57 Christiaan Huygens baut die erste Uhr mit Pendel. Nach einer Quelle sind ihm die Erkenntnisse Galileis bekannt, nach anderer Quelle hingegen nicht. 1657 meldet Huygens diese Uhr zum Patent an.
- 1674 Christiaan Huygens baut die erste Uhr mit Unruh und Spirale. Ein französisches Patent wird 1675 darauf erteilt. Die ersten Uhren mit wirklich einsetzbarer Spiralfeder wurde von Thuret im Auftrage von Huygens in Paris gebaut.
- 1680 konstruierte der Engländer Clement die Hakenhemmung. Weiterhin ersetzt er noch die bis dahin verwendete Pendelaufhängung an einem Faden durch eine dünne Feder aus Stahl, den Vorläufer der jetzigen Pendelfeder.
- 1680 wird die Projektionsuhr erfunden. Dabei wird die Zeit durch ein rotierendes, an die Wand projiziertes Zifferblatt angezeigt, ein dort hängendes Schwert dient als Zeiger (beschrieben im Optischen Lehrbuch von Johann Zahn, 1685).
- 1686 Daniel Quare, London, siegt in einem Patentstreit um die Erfindung der Repetitionsuhr.
- 1687 Falcio schlägt durchbohrte Rubine als Lager vor, welche auch bald von englischen Uhrmachern angewandt werden.
- 1690 Der englische Uhrmacher Thomas Tompion erfindet den Vorläufer der von Graham später verbesserten Zylinderhemmung der Taschenuhren. Ein Patent hierfür wird 1695 an Tompion, Houghton sowie Barlow erteilt.
- 1691 Clement baut die erste Pendeluhr mit Ankerhemmung.
- 1714 Jeremy Thacker verwendet zum ersten Mal die Bezeichnung "Chronometer". Weiterhin erfindet er das Gegengesperr, dass das Stehenbleiben der Uhr beim Aufziehen verhindert.
- 1720 entwickelte der englische Uhrmacher George Graham aus der Hakenhemmung die nach ihm benannte Grahamhemmung.
- 1724 Dutertre, Paris, entwickelt die Duplexhemmung.
- 1725 Graham verbessert die von Tompion erfundene Zylinderhemmung.
- 1725 bis 1727 Die Brüder John und James Harrison bauen zwei Standuhren, die erstmalig mit der "Grashopper-Hemmung" versehen sind. Eine weitere Neuerung ist das Rostpendel, welches der Temperaturkompensation dient.
- 1730 Anton Ketterer aus Schönwald im Schwarzwald baut die erste Kuckucksuhr.
- 1730 bis 1735 Die Brüder John und James Harrison bauen eine erste genau gehende Schiffsuhr.
- 1741 Louis Amant, Paris, erfindet die Stiftanker- bzw. Scherenhemmung (auch Reibungs- oder Stiftnockenrad-Hemmung) für Turmuhren neu. Diese war allerdings bereits im 17. Jahrhundert von Galileo Galilei erfunden worden, wurde bei der Turmuhr des Palazzo Vecchio in Firenze angewandt und war nur in Vergessenheit geraten.
- 1751 J. A. Lepaute verbessert die Stiftankerhemmung und führt diese für Wand- und Stutzuhren allgemein ein.
- 1759 Der englische Uhrmacher Harrison stellte erstmals einen präzisen Schiffschronometer her. Diese Präzisionsuhren sind für u.a. für die Seefahrt zwecks Bestimmung des Längengrades von hoher Bedeutung.
- 1764 John Arnold fertigt die erste Uhr mit einem in Rubin ausgeführten Zylinder, eine in einen Ring eingebaute Repetitionsuhr für den König von England.
- 1765 werden im Schwarzwald die ersten Pendeluhren gebaut anstelle der bis dahin gebräuchlichen Waaguhren.
- 1765 Der englische Uhrmacher / Chronometermacher Thomas Mudge erfindet die Ankerhemmung für Kleinuhren.
- 1770 Abraham Louis Perrelet erfindet den automatischen Aufzug für Kleinuhren. Er stattet eine Taschenuhr mit Wechsler und Rotor aus, ein Prinzip, das erst im Jahre 1942 von ETERNA wieder aufgegriffen wird und sich dann bei Armbanduhren vorzüglich bewährt.
- 1775 An John Arnold wird ein Patent erteilt für eine bimetallische Kompensations-Unruh mit zylindrischer "Spirale".
- 1776 Der englische Uhrmacher John Arnold baut zum ersten Mal eine zylindrische "Spirale" in einen Chronometer ein. Der Franzose Pierre Le Roy baut einen Marinechronometer mit Chronometerhemmung. Es ist jedoch nicht zweifelsfrei erwiesen, ob er
diese selbst erfunden hat.
- 1782 An John Arnold wird ein Patent erteilt für die Chronometerhemmung mit Feder. Die Chronometerhemmung mit Wippe wurde bereits früher von ihm verwendet.
- 1783 Abraham Louis Breguet führt die Tonfeder bei Repetieruhren ein. Er versieht seine Uhren mit der nach ihm benannten, Zeigerform.
- 1790 Abraham Louis Breguet erfindet die "parachute"-Stoßsicherung.
- 1795 Abraham Louis Breguet erfindet die nach ihm benannte "Breguet-Spirale", die ein gleichmäßiges "Atmen" bewirkt. Erst sehr viel später wird sich herausstellen, dass bei entsprechender Wahl der Ansteckpunkte die sehr aufwendig herzustellende Breguet-Spirale überflüssig wird.
- 1795 werden gelegentlich in der obersten Gesellschaftsschicht Schmuckuhren am Armband getragen. Damit ist die Armbanduhr erfunden. Diese Erfindung wird gelegentlich auch Abraham Louis Breguet zugeschrieben, weil dieser 1810 eine Armbanduhr an die Königin von Neapel geliefert hat.
- 1801 lässt Abraham Louis Breguet das von ihm erfundene Tourbillion patentieren. Diese sehr komplizierte Vorrichtung, welche die Lagedifferenzen einer tragbaren Uhr automatisch ausgleicht, ist seitdem als eine der schwierigsten Komplikationen, welche nur in besonders wertvollen Uhren Anwendung findet. Allerdings werden diese Vorteile durch die erhöhte Stoßempfindlichkeit / größere Trägheit wieder aufgezehrt.
- 1820 Abraham Louis Breguet vollendet die bis dahin kompliziertest tragbare Uhr. Den Auftrag dazu erhielt er bereits im Jahre 1783. Die Uhr mit dem Namen "Marie Antoinette" vereint in sich folgende Komplikationen:
Minutenrepetitions-Schlagwerk
Gangreserveanzeige
Ewiger Kalender
Äquationsanzeige
Automatischer Aufzug
Unabhängig Zentralsekunde, anhaltbar
Thermometer
Die Uhr befindet sich heute im Mayer-Museum in Jerusalem.
Nach anderer Quelle soll diese Uhr erst 1827, also 4 Jahre nach Breguets Tod, fertiggestellt worden sein.
- 1820 wird ein Teil der hölzernen Räder bei den Schwarzwälder Uhren gegen solche aus Messingguss ersetzt. Die Spindelhemmung mit kurzem Vorderpendel wird durch die Ankerhemmung mit langem Pendel ersetzt.
1820 In der Schweiz wird die Verwendung von Lochsteinen eingeführt, um die Lagerreibung zu verringern und dem
Verschleiß vorzubeugen.
- 1821 wurde der erste Chronograph von Rieussec aus Frankreich erfunden und 1822 als Patent angemeldet.
- 1830 werden nun ausschließlich Messingräder bei den Schwarzwälder Uhren verwendet, die Schnur wird durch eine Kette ersetzt, Tonfeder und Metallglocke eingeführt.
- 1831 erfand J.T. Winnerl eine Uhr mit einem einzeln anhaltbarem Sekundenzeiger.
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- 1842 Adrien Philippe führt bei Taschenuhren die Aufzugkrone und die Zeigerstellung über die Krone ein.
- 1843 An Alexander Bain wird ein Patent erteilt für ein elektromagnetisch angetriebenes Pendel. Er gilt als der Erfinder der elektrisch angetriebenen Uhr.
- 1844 Im Schwarzwald wird eine Jahresuhr gebaut. Das Nullstellherz wird vom Franzosen A. Nicole entwickelt.
- 1845 produziert in Glashütte Adolf Lange die später bekannt gewordenen „Glashütter Taschenuhren“.
- 1860 löste Phillips, ein Franzose, das Problem der Erzielung des Isochronismus auf wissenschaftlicher Grundlage.
- 1868 eröffnet G.Roskopf in La Chaux de Fonds eine Uhrenfabrik, in der äusserst günstige Taschenuhren hergestellt werden. Roskopfuhren weisen einige Vereinfachungen aus, wodurch, in Verbindung mit der Herstellungsweise, der günstige Preis möglich ist. Jetzt ist es auch für untere Bevölkerungsschichten möglich, Taschenuhren zu erwerben. Teile der Roskopf-Konstruktionsmerkmale sind noch lange in den einfachen Uhren wiederfinden.
- 1870 Der Pariser Uhrmacher Joseph Winnerl erfindet den Schleppzeigermechanismus ("Rattrapante").
- 1880 erfand A. Baud den heute üblichen Zusatzmechanismus für Stoppzeiger.
- 1896 In Delta, Michigan, werden von den Ingersoll Bros. die ersten One Dollar Uhren hergestellt, von denen bald jährlich 1 Mio. Stück verkauft werden.
- 1912/14 ETERNA (Schweiz) stellt den ersten Armbandwecker her. Schon 1894 wurde von Carl Otto Major eine Konstruktionszeichnung eines Armbandweckers gezeichnet.
- 1927 ROLEX stellt die absolut wasserdichte Armbanduhr "Oyster" vor.
- 1922 Die Firma Leroy aus Frankreich schuf die erste in England entwickelte Uhr mit Automatikwerk.
- 1923 Automatikuhr von John Harwood wird patentiert. Die Patentierung erfolgte 1924
- 1926 Die erste in Serie hergestellte Automatikuhr, die HARWOOD, wird von FORTIS auf den Markt gebracht. Diese arbeitet mit einer Pendelschwungmasse, ein eher unvorteilhaftes System. Die Erkenntnisse von Abraham Louis Perrelet, der bereits im 18. Jahrhundert eine Automatikuhr mit Rotor und Wechsler konstruierte, (das später angewandte Prinzip) sind dem Konstrukteur Harwood noch nicht bekannt.
- 1927 Quarzuhr von Warren Alwin Marrison
- 1931 ROLEX lässt den Automatikaufzug mit einseitig wirkendem Rotor patentieren. Perrelets Erfindung von ca. 1770, die zudem mit einem Wechsler für beidseitigen Aufzug ausgestattet war, war längst in Vergessenheit geraten. Die Rolex Oyster Perpetual gilt als erste Automatikuhr.
- 1933 Reinhard Straumann erfindet die autokompensierende NIVAROX-Spirale aus einer speziellen Legierung. Sie kommt in der Schweiz auf den Markt. Diese stellt eine erhebliche Verbesserung der ELINVAR-Spirale dar. Sie ist wesentlich besser als die noch längere Zeit übliche Stahlspirale.
- 1934 wird erstmals der Kunststoff PMMA (Acryl) verwendet. Bekannt wurde dieser Kunststoff unter dem Namen PLEXIGLAS, und wird von da an kommerziell hergestellt. Eine der ersten Anwendungen ist die Fertigung von Uhrgläsern. Die Acrylgläser lösen vor allem Gläser aus Triazetat oder Zelluloid ab, die zwar auch bruchfest sind, aber mit der Zeit schrumpfen und vergilben.
- 1947 werden die ersten russischen Armbanduhren mit dem Namen POBJEDA (=Sieg), bei der Ersten Moskauer Uhrenfabrik produziert. Die Herstellung des 15-steinigen, aber nicht stoßgesicherten, mit Breguetspirale versehenen Werks wird später an die Uhrenfabrik SIM weitergegeben. In der Schweiz wird von LEMANIA ein Prototyp eines Automatik-Chronographen gebaut. Zu
einer Serienfertigung kommt es nicht.
- 1949: Atomuhr
- 1954 entwickelt Max Hetzel eine Stimmgabel-Armbanduhr welche transistorgesteuert war.
- 1955 Die Cäsium-Atomuhr, die ab 1964 praktisch angewandt wird, wird in Großbritannien entwickelt. Eine Sekunde ist die Zeitspanne von 9 162 631 770 Caesium - Atomschwingungen dieser Uhr
- 1957 beginnt die Serienfertigung der elektrischen Armbanduhr durch HAMILTON (USA).
- 1960 BULOVA (USA/Schweiz) bringt die Stimmgabel-Armbanduhr ACCUTRON auf den Markt.
- 1967 Funkuhr Wolfgang Hilberg (Telefunken - Patent)
- 1968 Schweiz, ETA: Einführung der ersten automatischen Herrenarmbanduhr mit Datum, Wochentag und Schnellkorrektur für beide Anzeigen.
- 1969 Chronographen mit automatischem Aufzug kommen auf den Markt. Der erste wird von ZENITH herausgebracht, kurze Zeit später folgen ein Modulchronograph des Schweizer Firmenkonsortiums bestehend aus BREITLING, HEUER, BÜREN und DUBOIS-D sowie ein japanischer Automatik Chronograph von SEIKO.
- 1970 Auf der "Basel 70" stellen verschiedene Firmen Quarz-Armbanduhren vor.
- 1972 Erfindung der ersten Funkuhren
- 1975 bringt ETA das flachste bis dahin je industriell hergestellte Automatikwerk mit einer Zentralsekunde, Schnellkorrektur und Datumanzeige auf den Markt (Kaliber 2892).
- 1977 Der Engländer George Daniels erfindet die besonders reibungsarme Koaxialhemmung. Zu diesem Zeitpunkt hat niemand ein Interesse an einer Verbesserung der mechanischen Uhr, daher kommt es nicht zu einer Serienproduktion. Daniels baut die neuartige Hemmung in seine eigenen, in Kleinstserie produzierten Uhren ein.
- 1978 Es wird ein Patent erteilt an die EBAUCHES S. A. die eine quarzgesteuerte mechanische Armbanduhr erfunden hat. Dieses Patent wurde jedoch nie genutzt. Der renommierte Uhrwerkhersteller A. SCHILD fusioniert mit ETA. Die Herstellung der meisten AS-Werke wie z.B.: Weckerwerke, wird eingestellt.
- 1979 Die Herstellung des Schweizer Automatik-Modulchronographen wurde eingestellt.
- 1980 Die flachste Quarzuhr der Welt, die Delirium IV mit einer Höhe von 0,98 mm wird in der Schweiz vorgestellt.
- 1982 In der Schweiz wird die Produktion von einfachsten, nicht reparierbaren Plastik-Modeuhren (SWATCH) aufgenommen. Diese verbuchen einen phänomenalen Erfolg.
- 1986 Bei ZENITH wird die Produktion des Automatik â?? Chronographen von 1969 wieder aufgenommen. Aufgrund der Weitsicht des damaligen Betriebsleiters, der Mitte der 70er Jahre die wertvollen Werkzeuge eingemottet hatte, anstatt sie weisungsgemäß zu verschrotten, ist das möglich.
- 1989 JUNGHANS bringt die erste funkgesteuerte Armbanduhr auf den Markt.
- 1992 ETA bringt ein neues, superflaches Automatikwerk (Kaliber 2000, Höhe 3,6 mm) auf den Markt. Die Konstruktion kostete ca. 5 Mio. Schweizer Franken.
- 1996 ETA bringt ein neues Automatik-Chronographenwerk (2894-2) heraus mit einer Höhe von nur 6,1 mm.
- 1997 FORTIS bringt ein neues Armbanduhrwerk in Modulbauweise heraus, das Automatikaufzug, Wecker und Chronograph miteinander vereint.
- 1998 SEIKO stellt auf der Messe "Basel 98" den Prototyp einer mechanischen quarzgesteuerten Uhr vor. Das Handaufzugwerk hat Gangreserveanzeige und eine elektronische Hemmung.
- 1999 OMEGA stellt auf der "Basel 99" die erste in Serie gefertigte mechanische Armbanduhr mit der 1977 von Daniels erfundenen Koaxialhemmung vor.
- 2001 Auf der Baseler Uhrenmesse wird von ULYSSE NARDIN eine Armbanduhr vorgestellt, die neben anderen Eigenschaften eine von Dr. Ludwig Oechslin neu entwickelte ankerlose Hemmung besitzt. Bei der "Dual Direct - Hemmung" übertragen zwei aus reinem Silizium gefertigte Räder abwechselnd die Energie auf die Unruh.
Elemente einer Uhr
Zeitgeber
Das wichtigste Merkmal einer Uhr ist der Zeitgeber, der möglichst zeitsynchron laufen soll.
Einen natürlichen Zeitgeber hat die Sonnenuhr durch die Erdrotation, die Kerzenuhr durch die Abbrandgeschwindigkeit und die Vogeluhr, sie nutzt den Gesang der unterschiedlichen Vogelarten in den frühen Morgenstunden. Die Sanduhr und die Wasseruhr
nutzen die relativ konstante Strömung von Sand bzw. Wasser in einer engen Passage aus.
Mechanische Zeitgeber werden Uhrwerke genannt. Der Isochronismus gibt der Pendeluhr, der Unruhuhr und der Stimmgabeluhr den
Takt vor. Die Eigenschwingung von Stoffen nutzen die Quarzuhr und die Atomuhr, die derzeit genauesten
Zeitmessgeräte.
Bei vernetzten Uhren ist nur die Mutteruhr als Zeitgeber aktiv. Die Tochteruhren, wie beispielsweise bei Fabrik- und früheren Bahnhofsuhren verwirklicht, hatten keinen eigenen Zeitgeber, sondern nur eine Anzeige, deren Schrittmotor durch
Stromimpulse der Mutteruhr gesteuert wird.
Ein verwandtes Prinzip wird in der Funkuhr verwirklicht. Zwar verfügt sie über einen selbständigen Zeitgeber,
zumeist ein Quarzwerk, welches einen vom Funknetz unabhängigen Betrieb bei Ausfall ermöglicht. Aber ihre weitaus
höhere Genauigkeit erreicht sie nur durch Abgleich mit dem viel genaueren Zeitsignal eines Zeitsenders in Intervallen.
Die klassische Uhr ist eine Analoguhr mit zwei Zeigern, die nur 12 Stunden anzeigen. Uhren mit einer Anzeige aller
24 Stunden sind dagegen selten. Nur noch selten wurde auf das historische Vorbild der Einzeiger-Uhr zurückgegriffen.
Bei vielen Uhren laufen die Zeiger nach rechts drehend. Hiervon wurden rechtsdrehende Bewegungen als "im Uhrzeigersinn" bezeichnet, abgeleitet. Nur noch wenige Uhren laufen entgegengesetzt.
Eine besondere Analoguhr ist die Weltzeituhr.
Die Digitaluhr zeigt die Zeit mittels eines Displays numerisch an. Die Lichtzeichenuhr ist eine Sonderform. Hier wird die Zeit
durch zählbare, Einzelelemente angezeigt, die digital interpretiert werden. Die erste ihrer Art ist die
Linear-Uhr in Kassel, eine funktionsgleiche größere Digitaluhr befindet sich am Rheinturm in Düsseldorf.
Schlag-, Läute- und Spielwerk
Viele Großuhren, besonders Turmuhren besitzen ein Schlagwerk, um die Zeit hörbar zu machen, wobei einige außer
zur vollen Stunde sogar zur halben oder alle Viertelstunden schlagen.
Hierfür nutzen Kirchenuhren gut tönende Glocken aus Bronzeguss. Die Spielwerke in großen Palästen und Rathäusern nutzen u.a. Klanggeber wie Porzellanglöckchen. Melodien zur
Unterhaltung werden auch angeboten. Sie sind schon nahe Verwandte der Spieluhren, welche aber keine Zeit mehr anzeigen.
Auch Stand- und Wanduhren sind oft mit einem Schlag- und Spielwerk ausgestattet, wobei seltener Glocken als eher Stabgongs
Stimmgabeln gleich Töne erzeugen. Einfache Wanduhren schlagen oft nur die Stunde und mit dem gleichen Gong die halbe
Stunde (1 Anschlag). Sie müssen meist per Hand synchronisiert werden, wenn die Uhr gestellt wird. Hochwertige Wand-
und Standuhren besitzen Viertelstundenschlag mit verschiedenen Gongs sowie ein sog. Rechenschlagwerk, welches nach dem
Verstellen der Zeiger selbsttätig den korrekten Stundenschlag ausführt.
Das weltweit berühmteste und zugleich häufigste nachgebildete ist das Westminster-Spielwerk des Westminster Towers.
Bei elektronischen Werken werden auch die Läutewerke elektronisch konzipiert. Sogar Armbanduhren haben die Zeit und Weckalarm mittels Melodien angezeigt.
Hersteller
Traditionelle Uhrenländer sind die Schweiz, Deutschland, Italien, Russland und mittlerweile auch die Volksrepublik China, Indien,
Japan und Südkorea.
Viele Produzenten werben für ihre Uhren, indem sie bestimmte Einsatzgebiete favorisieren, so z.B. bei Schlittenhunderennen, beim Extremsport, bei der US-Armee, bei Düsenjägerflügen, auf der Raumstation ISS, bei der Deutschen Luftwaffe, bei Höhenflügen, beim Tauchen und bei Mondlandungen.
Natürliche Uhren
Zur ungefähren Zeitmessung (Jahre) werden auch andere in der Natur ablaufende Prozesse verwendet. In übertragenem
Sinn kann man die sich verändernden Objekte oder Stoffe oder als Uhren bezeichnen. Solche natürlichen
Uhren sind zum Beispiel die Jahresringe bei Bäumen, der radioaktive Zerfall von Kohlenstoff
(Radiokohlenstoffdatierung), die Schichtung von Sedimenten und andere. Das älteste bekannte Mineral ist das Zirkon, das zur
Altersbestimmung der Erde herangezogen werden kann.
Quelle: Wikipedia u.a.
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